Zurück auf die Schulbank

Zurück auf die Schulbank

Auch bei einer Berufsausbildung kommst Du nicht drumherum, wieder in die Schule zu gehen. Je nach Berufswahl gibt es aber einen wichtigen Unterschied.

Back to school – dieses Motto gilt bei einer Berufsausbildung in jedem Fall. Aber während man bei einer dualen Ausbildung im Betrieb und in der Berufsschule lernt, gibt es für bestimmte Berufe die sogenannte „schulische Ausbildung“. Was steckt hinter diesen beiden Wegen?

Die duale Ausbildung


Hier bist Du gleichzeitig Azubi in einem Betrieb und Schüler in der Berufsschule. Das heißt, Du lernst direkt in der Praxis und bekommst parallel weiteres Fachwissen in der Berufsschule vermittelt. Je nach Beruf gehst Du ein bis zwei Tage pro Woche zur Berufsschule oder hast nach mehreren Wochen im Betrieb mehrere Wochen Unterricht – sogenannten Blockunterricht.

Um einen Ausbildungsplatz zu bekommen, musst Du Dich bei der dualen Ausbildung bei einem Betrieb bewerben und mit ihm einen Ausbildungsvertrag abschließen. Der Vertrag regelt Deine Ausbildungszeit und Dein Gehalt.

Welche Berufsschule Du besuchst, kannst Du in Absprache mit Deinem Ausbildungsbetrieb frei wählen. Welche Schulfächer Du dann hast, ist in den Rahmenlehrplänen für berufsbezogenen Unterricht festgelegt. Dazu gehören allgemeinbildende Fächer wie Deutsch, Mathe, Englisch und Sport sowie berufsspezifische Fächer. So steht bei technischen Berufen etwa Elektrotechnik auf dem Stundenplan, in kaufmännischen Berufen Rechnungswesen und Marketing.

Den Abschluss einer dualen Ausbildung bildet eine Prüfung, die – je nach Beruf – vor der Industrie- und Handelskammer, der Handwerkskammer oder einer Rechtsanwaltskammer oder Verwaltungsschule abgelegt wird. Bestehst Du, erhältst Du sowohl ein Abschlusszeugnis von der Schule als auch von Deinem Betrieb und der Kammer. Danach kannst Du direkt ins Berufsleben starten.

Die schulische Ausbildung


Im Gegensatz zur dualen findet die schulische Ausbildung in Form von Vollzeitunterricht an einer Berufsfachschule, einer Fachakademie oder einem Berufskolleg statt. Eine Bewerbung bei einem Betrieb ist nicht erforderlich, dafür musst Du Dich aber bei der Berufsfachschule bewerben. Die Zugangsvoraussetzungen hängen vom Beruf und Bundesland ab, oft brauchst Du einen mittleren Schulabschluss. Nähere Informationen bekommst Du auf den Websites der Berufsfachschulen.

Der Unterricht ist praxisnah gestaltet und umfasst theoretische sowie praktische Inhalte. In Pflegeberufen lernst Du zum Beispiel medizinische Grundlagen und den Umgang mit Patienten, während in künstlerischen Berufen Fächer wie Gestaltungstechniken auf dem Plan stehen. Zusätzlich gehören auch hier allgemeinbildende Fächer zum Stundenplan. Ergänzt wird die Ausbildung durch Praktika in Betrieben oder Einrichtungen Deines Fachbereichs.

Ein Gehalt gibt es bei der schulischen Ausbildung nicht. Bei staatlichen Schulen fallen aber auch keine Gebühren an. Private Schulen verlangen dagegen meist Schulgeld – dafür kannst Du finanzielle Unterstützung wie Bafög beantragen.

Die Dauer einer schulischen Ausbildung beträgt je nach Beruf ein bis drei Jahre und endet in aller Regel mit einer Abschlussprüfung. Nach dem Abschluss musst Du bei einigen Berufen ein Anerkennungsjahr absolvieren, bei anderen kannst Du direkt in den Beruf einsteigen.

Dein Weg, Dein Ziel


Ob dual oder schulisch – beide Ausbildungswege bringen Dich ans Ziel. Mit der dualen Ausbildung startest Du direkt ins Berufsleben und sammelst viel praktische Erfahrung. Die schulische Ausbildung bietet Dir eine intensive Vorbereitung auf Berufe, bei denen Fachwissen im Vordergrund steht. Entscheide, was besser zu Deinen Interessen passt. Beate Berrischen