Es gibt Ausbildungsbetriebe, die bekommen seit Jahren wenige oder keine Bewerbungen mehr. Andere wiederum haben mehr Nachfrage als Angebot. Welche Jobs sind beliebt, wo sind die Aussichten auf eine Zusage besonders gut? Zahlen, die Auskunft darüber geben.
18.000 junge Frauen in Deutschland wollten im vergangenen Jahr Medizinische Fachangestellte werden. Das zeigt der Bericht der Agentur für Arbeit über die Situation am Ausbildungsmarkt. 17.000 Frauen bewarben sich auf eine Ausbildungsstelle zur Kauffrau und 11.000 zur Verkäuferin. Bei den Männern landet der Berufswunsch Kfz-Mechatroniker auf Platz 1 der Top 10: 22.000 Bewerbungen gingen im vergangenen Jahr ein. 12.000 Männer wollten Fachinformatiker werden, 10.000 Elektroniker.
40.000 Ausbildungsstellen für Kaufleute im Einzelhandel vergaben Unternehmen zwischen Oktober 2023 und September 2024. Auf Platz 2 der am häufigsten angebotenen Ausbildungsstellen landete die Ausbildung zum Verkäufer (29.000 Ausbildungsverträge) und zum Kaufmann oder zur Kauffrau im Büromanagement (24.000 Ausbildungsverträge). In den Top 10 der am häufigsten angebotenen Ausbildungsberufe finden sich außerdem die Fachkraft Lagerlogistik, Industriekaufleute, Zahnmedizinische Fachangestellte, Medizinische Fachangestellte, Handelsfachwirte, Industriemechaniker und Kfz-Mechatroniker. „Die Positionierung unter den Top 10 lässt grundsätzlich keinen Schluss auf die Besetzungsaussichten zu“, stellt die Agentur für Arbeit klar. Obwohl es viele angebotene Ausbildungsstellen in Büroberufen, der Kfz-Technik oder als Industriemechaniker gebe, würden vergleichsweise wenige dieser Stellen unbesetzt bleiben. In Verkauf und Lagerlogistik hingegen falle der Anteil unbesetzter Ausbildungsstellen überdurchschnittlich aus.
24 Bewerbungen auf 100 Ausbildungsstellen in der Lebensmittelherstellung und im -verkauf gingen im vergangenen Jahr ein. Damit gehört dieser Berufszweig, zu dem auch Bäcker und Metzger sowie Bäckerei- und Metzgereifachverkäufer zählen, zu den am wenigsten nachgefragten Berufen. Direkt danach rangiert der Hoch- und Tiefbau – mit 42 Bewerbungen auf 100 Stellen. Auch im Verkauf kamen nur 53 Bewerber auf 100 freie Stellen. Gute Chancen hat auch, wer in der Mechatronik oder Automatisierungstechnik ausgebildet werden möchte: Hier kamen 58 Bewerber auf 100 freie Ausbildungsstellen. In der Lagerlogistik zeigt die Statistik 66 Bewerber auf 100 Stellen. In Hotel- und Gaststättenberufen sind die Chancen ebenfalls gut: Im vergangenen Ausbildungsjahr meldeten sich ebenfalls 66 Bewerber auf 100 betriebliche Stellen.
307 Bewerber konkurrierten hingegen um 100 Stellen im Friseurhandwerk. In der Softwareentwicklung zählte die Agentur für Arbeit 274 Bewerbungen auf 100 Ausbildungsstellen. 224 Tischler bewarben sich auf 100 betriebliche Ausbildungsstellen. Auch in der Kfz-Technik, dem Büromanagement und der Verwaltung lagen die Zahlen der Bewerber deutlich über den freien Stellen. „Auch in der Tierpflege oder in künstlich-kreativen Berufen wie Mediengestaltung, Raumausstattung oder Veranstaltungsmanagement waren die Aussichten auf eine Ausbildungsstelle wie in den Jahren zuvor rechnerisch gering“, bilanziert die Agentur für Arbeit.
Theresa Demski