Es werden die spezifischen Anforderungen beschrieben, die jeder Beruf mit sich bringt und die Arbeitgeber von ihren Mitarbeitern und Auszubildenden erwarten.
Im Berufsleben wird heute oft von Hard und Soft Skills gesprochen. Damit werden besondere Anforderungen beschrieben, die jeder Job fordert und Arbeitgeber von ihren Mitarbeitern – und Azubis – erwarten. „Sowohl Hard als auch Soft Skills sind wichtig und ergänzen sich gegenseitig“, erklärt Susanne Peters, Expertin für junges Recruiting und die Generation Z bei der Einstieg GmbH in Köln. „Hard Skills sind essenziell, um die Aufgaben fachlich korrekt und effizient auszuführen, während Soft Skills eine reibungslose Zusammenarbeit im Team und eine positive Integration in das Unternehmen ermöglichen.“ Hard Skills beschreiben also Qualifikationen, um die gestellten Aufgaben in der Ausbildung erfolgreich bewältigen zu können. Unter Soft Skills hingegen versteht man soziale und persönliche Eigenschaften. Diese sind entscheidend für eine harmonische, konstruktive Zusammenarbeit und ein positives Arbeitsklima.
Welche fachlichen Fähigkeiten bringe ich mit?
Typische Beispiele für Hard Skills sind Computer- oder Programmierkenntnisse, Sprachen, mathematisches oder technisches Verständnis oder Erfahrung im Umgang mit bestimmten Softwareprogrammen. „Ob durch schulische Ausbildung, Freizeitaktivitäten oder durch persönliche Interessen und Hobbys – wo und auf welche Weise sie erworben wurden, ist zweitrangig“, betont Susanne Peters. „Wichtig ist, dass man beschreibt, welche Fähigkeit man hat und erklärt, wie man sie erlangt und unter Beweis gestellt hat.“
Hard Skills werden in der Bewerbung im Lebenslauf oft unter Überschriften wie „Kenntnisse und Fähigkeiten“ aufgeführt. Die Bewerber sollten hier konkrete Fähigkeiten auflisten, wie etwa gute Kenntnisse in Microsoft Excel oder Photoshop. Im Anschreiben können Hard Skills im Kontext von Schulprojekten, Praktika oder Freizeitaktivitäten hervorgehoben werden.
Welche persönlichen Eigenschaften zeichnen mich aus?
Bei den Soft Skills sind Teamfähigkeit, gute Kommunikation, Zeitmanagement, Zuverlässigkeit, Anpassungsfähigkeit, Eigeninitiative und Lernbereitschaft gefragt. Sie werden in Stellenanzeigen oft nur indirekt durch die Beschreibung der Aufgaben, die Unternehmenskultur und die gewünschten Persönlichkeitsmerkmale kommuniziert. Bewerber können aber auf verschiedene Hinweise achten: Zum Beispiel könnte „Kundenzufriedenheit“ darauf schließen lassen, dass man sich von Bewerbern eine gute Kommunikationsfähigkeit und Empathie wünscht. Die Beschreibung der Tätigkeit kann beispielsweise Teamfähigkeit oder Organisationsgeschick erfordern. In einigen Fällen werden Merkmale wie „kommunikationsstark“ oder „zuverlässig“ direkt in der Stellenanzeige gefordert. Werte wie Teamarbeit oder Innovation werden oft betont.
In der Bewerbung sollten angehende Azubis so konkret und spezifisch wie möglich sein. Anstatt nur zu sagen, dass man „teamfähig“ sei, sollte man die eigene Erfahrung beschreiben.
Beispiel: „Während meiner Zeit im Schulchor habe ich eng mit anderen Mitgliedern zusammengearbeitet, um erfolgreich an Wettbewerben teilzunehmen.“ Auch Schilderungen, die Soft Skills in Aktion zeigen, sind oft wirkungsvoller: „In meiner Rolle als Klassensprecher habe ich bei Konflikten innerhalb der Klasse vermittelt, was meine Kommunikationsfähigkeit gestärkt hat.“ Wenn möglich, können Bewerber auch auf Feedback von Lehrkräften, Mentoren oder Praktikumsbetreuern verweisen.
Meine eigenen Stärken erkennen
Viele junge Bewerber sind sich ihrer eigenen Fähigkeiten jedoch nicht bewusst, weil sie nicht erkennen, dass alltägliche Erfahrungen und schulische Aktivitäten wertvolle Soft Skills entwickeln. „Es ist wichtig, sich selbst zu reflektieren und zu überlegen, welche Situationen bereits bewältigt wurden, in denen Soft Skills eine Rolle gespielt haben“, rät Susanne Peters. Das hilft dabei, in der Bewerbung überzeugend darzustellen, wie man die geforderten Soft Skills bereits erfolgreich eingesetzt hat. „Es geht darum, die eigenen Erfahrungen zu erkennen, sie in einen beruflichen Kontext zu setzen und überzeugend darzustellen, wie diese Fähigkeiten den Anforderungen der Ausbildungsstelle entsprechen.“
Brigitte Bonder